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ConPolicy-Beitrag im Fachgespräch mit EU-KommissionDie Verbraucherperspektive auf das EU Citizens Energy Package

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Am 26. Februar 2026 lud der baden-württembergische Verbraucherschutzminister Peter Hauk zu einem Fachgespräch über das EU Citizens Energy Package ein. Teil des Austausches war auch die Vorstellung und Diskussion der ConPolicy-Studie zu Energieverbraucherrechten. Neben Minister Hauk und ConPolicy-Geschäftsführer Prof. Dr. Christian Thorun nahmen an dem Gespräch die stellvertretende Generaldirektorin der Generaldirektion Energie (DG ENER) Mechthild Wörsdörfer, Prof. Dr. Andrea Wechsler (MdEP) sowie Viola Rocher (BDEW) und Thomas Bobinger (vzbv/BEUC) teil.

In der Vorstellung der Studie hob Prof. Dr. Thorun die Bedeutung der Verbraucher:innen für das Gelingen der Energiewende hervor. Verbraucher:innen leisten hier einen doppelten Beitrag: Einerseits spielen sie als Investor:innen in PV-Anlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Wallboxen eine wichtige Rolle. Aus reinen Consumern werden Prosumer. Andererseits kommt ihnen durch die Flexibilisierung des eigenen Energieverbrauchs die zentrale Funktion zu, das Netz zu stabilisieren, Lastspitzen abzufedern und Kosten zu senken. 

Damit Verbraucher:innen ihre Doppelrolle wahrnehmen können, müssen die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Prof. Dr. Thorun betonte auf Grundlage der Studienergebnisse, dass die Voraussetzungen für eine aktive Verbraucherrolle in Deutschland derzeit nicht gegeben seien. Mit Blick auf die Verbreitung von Smart Metern, dynamischen Stromtarifen und unabhängigen Vergleichsportalen bestünden noch gravierende Defizite. Er betonte auch, dass die Verbraucherorientierung bislang wenig inklusiv verstanden werde. Der Fokus liege vor allem auf Hauseigentümer:innen und technikaffinen Verbrauchergruppen. Geringverdienende, Mieter:innen und vulnerable Gruppen profitierten kaum vom Prosuming. 

Er empfahl daher, Anreizstrukturen (etwa mit Blick auf die Netzentgelte) sozial gerecht auszugestalten, einen stärkeren Fokus auf kollektive Energieinfrastrukturen zu legen und das Thema Energiearmut systematisch zu adressieren.

Mehr Informationen zur Studie finden Sie hier.