Fernsehen ist weltweit ein wichtiges Medium für Klimainformationen, doch wie Klimathemen dort dargestellt werden und welche Zielgruppen sie erreichen, ist bislang wenig untersucht. Eine Analyse von 23.478 Programmstunden auf 20 deutschen Fernsehsendern über 61 Tage im Jahr 2022 zeigt: Zu Beginn des polykrisenhaften Herbstes 2022, geprägt von Krieg, Inflation und Energieunsicherheit, behandelten 2,2 Prozent der Sendezeit Klimathemen. Die Berichterstattung konzentrierte sich vor allem auf Nachrichtenformate und erreichte damit überwiegend bereits klimaengagierte Bevölkerungsgruppen. Menschen mit größerer Distanz zum Thema Klima, die eher Unterhaltungsprogramme bevorzugen, kamen dagegen kaum mit Klimainhalten in Kontakt. Eine begleitende repräsentative Befragung zeigt zudem ungleiche Geschlechterrepräsentation in Fernsehprogrammen sowie eine wahrgenommene Überrepräsentation von Politikern. Die Studie legt nahe, dass inklusivere Erzählweisen, vielfältigere Repräsentation und innovative Formate dazu beitragen können, die Reichweite und Zugänglichkeit von Klimakommunikation im Fernsehen zu stärken.
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