Im Laufe der Geschichte des Klimawandels standen engagierte Bürger:innen stets an vorderster Front, wenn es darum ging, Veränderungen hin zu einer Zukunft innerhalb der planetaren Grenzen voranzutreiben. Wie der IPCC (2022) feststellt, sind „zivilgesellschaftliche Bewegungen ein zentraler Treiber gesellschaftlicher und institutioneller Veränderungen“. Action for Climate Empowerment (ACE) bildet den internationalen Rahmen, um die gesamte Gesellschaft aktiv in den Klimaschutz einzubinden. Rechtliche Grundlage sind Artikel 6 der Klimarahmenkonvention von 1992 sowie Artikel 12 des Pariser Abkommens von 2015. Darin heißt es:
„Soweit angebracht, arbeiten die Vertragsparteien dabei zusammen, Maßnahmen zur Verbesserung der Bildung, der Ausbildung, des öffentlichen Bewusstseins, der Beteiligung der Öffentlichkeit und des öffentlichen Zugangs zu Informationen auf dem Gebiet der Klimaänderungen zu ergreifen, wobei sie die Bedeutung dieser Schritte für die Verstärkung der Maßnahmen aufgrund dieses Übereinkommens anerkennen.“
Ziel ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass jeder Mensch über das Wissen, die Fähigkeiten und die Handlungsspielräume verfügt, um aktiv an einer gerechten und klimaresilienten Zukunft mitzuwirken. Ein neuer Bericht im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht, wie Deutschland sich dieser Vision annähern und eine klimabefähigte und resiliente Gesellschaft werden kann.
Was beinhaltet der Bericht?
- Eine Einführung in ACE und seine internationalen Grundlagen, beispielsweise durch die Vorstellung der Schwerpunktbereiche des Glasgow Work Programme.
- Internationale Fallstudien zur Umsetzung von ACE, unter anderem aus Österreich und Chile.
- Erkenntnisse aus Expert:inneninterviews zum aktuellen Stand von ACE in Deutschland, beispielsweise mit Daniel Willeke vom Bundesverband Klimaschutz, der eine kommunale Perspektive auf die Umsetzung von ACE in Deutschland einbringt.
- Ein Umsetzungskonzept zur Stärkung von ACE auf nationaler Ebene das aufzeigt, welche Schritte in den kommenden fünf Jahren in Deutschland erforderlich wären, um ACE voranzubringen.
Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass viele zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung von ACE in Deutschland bereits vorhanden sind. Es mangelt jedoch an Koordination, Sichtbarkeit und Integration.
Um diese Lücken zu schließen, schlägt der Bericht ein fünfjähriges Umsetzungskonzept vor, das sich an fünf Zielbereichen orientiert: (1) Aufbau übergreifender ACE-Strukturen, (2) Stärkung von Monitoring, Evaluation und Berichterstattung, (3) Integration von ACE in klima- und sektorspezifische Politiken, (4) Verbesserung der Koordination zwischen staatlichen Ebenen und mit der Zivilgesellschaft sowie (5) Bereitstellung unterstützender Instrumente, Ressourcen und Kommunikationsmaßnahmen. Viele der gewonnenen Erkenntnisse sind auch über Deutschland hinaus relevant und bieten wertvolle Impulse für die globale ACE-Gemeinschaft.
Der vollständige Bericht ist auf Englisch hier verfügbar.
Das Umsetzungskonzept ist sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch hier verfügbar.