ConPolicy Newsletter 2022 – 7

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  Neues von ConPolicy

Mit künstlicher Intelligenz nachhaltigen Konsum fördern
Förderbescheidübergabe an das ZuSiNa-Forschungsvorhaben

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) fördert im Rahmen der KI-Strategie der Bundesregierung Projekte, die künstliche Intelligenz nutzen, um ökologische Herausforderungen zu bewältigen, und wegweisend für eine umwelt-, klima-, gesundheits- und naturgerechte Digitalisierung sind („KI-Leuchttürme“). Insgesamt wurden mehr als 300 Ideen eingereicht, von denen nun 28 gefördert werden.

Im Rahmen einer Veranstaltung des BMUV übergab der Staatssekretär Stefan Tidow u.a. auch den Förderbescheid an das ZuSiNa-Vorhaben. Dieses zielt übergeordnet darauf ab, für eine bessere Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Nachhaltigkeitsinformationen im Online-Kontext zu sorgen. Es fokussiert zunächst auf den Textilsektor. Mit dem Vorgängerprojekt KI4NK wurden zwei wesentlichen Hürden für ein Mehr an Nachhaltigkeit im Online-Konsum identifiziert, die mit KI abgebaut werden können:

Zum einen auf Seiten der Unternehmen: Derzeit sind deren Kosten hoch, um an glaubwürdige Nachhaltigkeitsinformationen zu gelangen. Mit ZuSiNa wird das Vorhaben für Unternehmen den Zugang zu Informationen über glaubwürdige Zertifizierungen sowie weitere relevante Nachhaltigkeitsinformationen erleichtern. D.h., dass es für Unternehmen weniger aufwändig wird, diese Informationen in ihrer Sortimentsgestaltung sowie in ihren Informationsangeboten auf Suchmaschinen, Preisvergleichsportalen und Online-Shops zu berücksichtigen.

Zum anderen auf Seiten der Verbraucherinnen und Verbraucher: Obwohl Internetseiten grundsätzlich über das Potential verfügen, Verbraucherinnen und Verbrauchern einen nachhaltigen Konsum zu vereinfachen, werden diese Möglichkeiten heute oft nicht genutzt. Mit ZuSiNa soll aufgezeigt werden, wie es Verbraucherinnen und Verbrauchern, die bei Suchmaschinen, Preisvergleichsportalen und Online-Shops einkaufen, durch die Gestaltung und Nutzerführung einfacher gemacht werden kann, sich für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu entscheiden. Hierzu zählen Änderungen in folgenden Bereichen:

  • Die Darstellung der Suchergebnisse,
  • die Auswahl und Darstellung von nachhaltigeren Produktempfehlungen durch Vorschlagsalgorithmen,
  • Filtermöglichkeiten, und
  • die Anzeige und Darstellung von glaubwürdigen Nachhaltigkeitsinformationen ganz allgemein.

Das auf 24 Monate ausgelegte Projekt hat im März 2022 begonnen und wird gemeinsam vom ConPolicy-Institut, Fraunhofer IAO (CeRRI), Fraunhofer ISI und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchgeführt. Darüber hinaus konnten reichweitenstarke Praxispartner aus der Wirtschaft für das Vorhaben gewonnen werden, u.a. Google Germany, idealo, Otto Group, Avocado-Store, Tchibo, Blauer Engel, GOTS und Oeko-Tex sowie der BEVH.

Weitere Informationen zur Förderbescheidübergabe finden Sie hier. Die Vorhabensbeschreibung ist unter diesem Link zu finden.

Gemeinsam für digitale Unternehmensverantwortung
ConPolicy-Input im Rahmen der CDR-Konferenz des BMUV

Am 05. Juli 2022 veranstaltete die Corporate Digital Responsibility (CDR)-Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) eine Konferenz zu digitaler Unternehmensverantwortung und der Gestaltung einer nachhaltigen Transformation und des digitalen Wandels. Auf der Konferenz wurden auch erstmals die CDR-Berichte der Mitgliedsunternehmen veröffentlicht. Zu den Berichten haben sich die Mitglieder der CDR-Initiativen, die den CDR-Kodex unterzeichnet haben, verpflichtet.

Vor der Vorstellung einiger CDR-Berichte ordneten Prof. Dr. Dr. Alexander Brink (Universität Bayreuth, concern), Dr. Frank Esselmann (concern) sowie ConPolicy-Geschäftsführer Prof. Dr. Christian Thorun den Kodex und die Berichtspflichten ein.

Hierbei betonte Prof. Dr. Christian Thorun, dass der CDR-Kodex einen wesentlichen Beitrag dafür geleistet habe, einen Orientierungsrahmen für den Diskurs zu CDR-Verantwortung zu bieten. Denn mit dem Kodex wurden die fünf Handlungsfelder Umgang mit Daten, Bildung, Klima- und Ressourcenschutz, Mitarbeitenden-Einbindung und Inklusion inklusive der jeweiligen Maßnahmenvorschläge definiert. Im Hinblick auf die Berichtspflichten hob er hervor, dass diese ein gemeinsames Lernen ermöglichen sowie zu einem Mehr an Verbindlichkeit beizutragen würden.

Einbeziehung von Verbraucherforschung bei der Entwicklung von KI-basierten Services
ConPolicy-Vortrag bei der 24. International Conference on Human-Computer Interaction (HCI)

Vom 24. Juni bis zum 01. Juli 2022 fand die 24. International Conference on Human-Computer Interaction (HCI) in Göteborg als hybrides Event statt. Die HCI ist ein anerkanntes internationales Forum für aktuelle Forschungsergebnisse im Themenbereich „Mensch-Maschine Interaktion“.

Gemeinsam mit Frank Binder vom Institut für Angewandte Informatik der Universität Leipzig (InfAI) präsentierte ConPolicy Projektmanagerin Dr. Jana Diels die zentralen Ergebnisse eines gemeinsamen Forschungspapiers mit dem Titel „Putting Users in the Loop: How User Research Can Guide AI Development for a Consumer-Oriented Self-service Portal“.

Das Paper basiert auf dem abgeschlossenen Forschungsvorhaben „Smart_HEC“ für das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und thematisiert, wie Verbraucherforschung bei der Entwicklung eines KI-basierten Services kontinuierlich einbezogen werden sollte. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass nur durch die konsequente Verzahnung von KI- und Verbraucherforschung, Anwendungen entstehen können, die den Ansprüchen von Verbraucherinnen und Verbrauchern nach einer starken und sicheren KI bei gleichzeitiger Funktionalität des Webservices genügen.

Die zugehörige Publikation kann hier heruntergeladen werden.

CO:DINA-Konferenz 2022
ConPolicy-Impuls zu Synergien zwischen Umwelt- und Verbraucherpolitik in der Digitalisierung

Am 15. Juni 2022  fand im Rahmen des Verbundvorhabens „CO:DINA – Transformationsroadmap Digitalisierung und Nachhaltigkeit” eine Konferenz unter dem Motto: „Digital-ökologische Transformation gestalten: Systemwandel by design oder by disruption?“ statt. Im Workshop „Digital-ökologische Staatskunst: Plattformregulierung für die Nachhaltigkeitstransformation“ trug ConPolicy-Projektmanager Dr. Otmar Lell einen Impuls zu einer Neuausrichtung der Plattformregulierung unter umwelt- und verbraucherpolitischen Perspektiven vor.

Otmar Lell plädierte in seinem Impuls dafür, Verbraucherinteressen und Nachhaltigkeit in der Digitalisierung proaktiv zu verankern. Bisher sei die verbraucherrechtliche Regulierung der Digitalisierung darauf ausgerichtet, konkrete Verbraucherrisiken punktuell abzuwehren. Nötig sei es darüber hinaus, digitale Plattformen auf Gemeinwohlinteressen zu verpflichten. Hierzu solle eine „Stand-der-Technik“-Regulierung beitragen, die Plattformen verpflichtet, ihre IT-Systeme bestmöglich im Sinne der betroffenen Werte zu gestalten.

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