ConPolicy Newsletter 2026 6

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  Neues von ConPolicy

Nachhaltige Agrarlieferketten zukunftsfähig gestalten
ConPolicy moderiert Fachveranstaltungen

Im Mai 2026 standen bei mehreren Fachveranstaltungen die Herausforderungen und Chancen nachhaltiger Agrarlieferketten im Mittelpunkt. ConPolicy-Geschäftsführer Prof. Dr. Christian Thorun moderierte die virtuelle SASI Lunchbreak zur praktischen Umsetzung von Sorgfaltspflichten, eine Veranstaltung des WWF Deutschland zu Biodiversität im Kakaoanbau sowie die Mitgliederversammlung des Forums Nachhaltiger Kakao in Berlin.

Im Fokus der Diskussionen stand die Frage, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeitsziele stärker in unternehmerische Strategien integriert und entlang globaler Lieferketten wirksam umgesetzt werden können. Thematisiert wurden unter anderem die praktische Umsetzung regulatorischer Anforderungen, biodiversitätsfördernde Ansätze im Kakaoanbau sowie die Förderung existenzsichernder Einkommen für Produzent:innen.

Deutlich wurde dabei, dass notwendige Veränderungen entlang von Agrarlieferketten zunächst mit höheren Investitionen verbunden sind. Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Anbauregionen verursachen zusätzliche Kosten, stellen jedoch zentrale Voraussetzungen für nachhaltige, menschenrechtskonforme und resiliente Lieferketten sowie für langfristige Wettbewerbsfähigkeit dar. Die Veranstaltungen machten zugleich deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels, der Verlust biologischer Vielfalt und anhaltende Armut ein gemeinsames und langfristiges Engagement von Unternehmen, Politik und Zivilgesellschaft erfordern.

ConPolicy-Intervention auf der Digitalkonferenz re:publica
Lebendes Cookie-Banner auf der re:publica: Wenn Datenschutz plötzlich im Weg steht

Mit einer performativen Intervention auf der Digitalkonferenz re:publica haben Dr. Otmar Lell, Projektmanager bei ConPolicy, und Felix Büning, Doktorand an der Universität Göttingen, die Logik digitaler Einwilligungsmechanismen in den analogen Raum übertragen. Als „lebendes Cookie-Banner“ versperrten sie Besucher:innen den Weg zwischen verschiedenen Bereichen der Konferenz. Wer passieren wollte, musste zunächst lesen, zustimmen oder sich mit aufwendigen Ablehnungsoptionen beschäftigen. 

Die Intervention machte erfahrbar, wie selbstverständlich digitale Einwilligungsmechanismen geworden sind – und wie irritierend sie wirken, sobald sie aus dem virtuellen in den physischen Raum übertragen werden. „Wir würden es im Alltag niemals akzeptieren, dass sich uns ständig jemand in den Weg stellt und uns nur weitergehen lässt, wenn wir in eine Überwachung einwilligen oder uns mühsam dagegen wehren“, so die Beteiligten der Aktion. „Im Internet ist genau das jedoch zur Normalität geworden.“ Die Aktion führte zu zahlreichen Gesprächen mit Besucher:innen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Digitalwirtschaft – unter anderem auch mit Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas. 

Die Intervention fand im Rahmen des Forschungsprojekts PRIME statt. Dieses untersucht mit Förderung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, wie virtuelle Welten so gestaltet werden können, dass Datenschutz und Persönlichkeitsrechte besser geschützt werden.

Kollektives Experiment auf der Digitalkonferenz re:publica
Warum engagieren sich (junge) Menschen?

Wie entsteht Engagement und was motiviert Menschen, sich für gesellschaftliche und ökologische Themen einzusetzen? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein interaktiver Slot auf der re:publica 2026. Unter dem Titel „Warum engagieren sich (junge) Menschen? – Ein kollektives Experiment über Motivation“ diskutierten Teilnehmende gemeinsam mit Expert:innen verschiedene Beweggründe für gesellschaftliches Engagement.

Moderiert von Silke Ramelow (BMUKN) stellten Sophia Dasch aus dem ConPolicy-Team, Maria Schmidt, Keno Brieger und Eslem Rejhan vier zentrale Motivationsfaktoren für Umwelt- und Nachhaltigkeitsengagement vor: lokale Veränderung, Freude und Spaß, Gemeinschaft sowie (Un-)Gerechtigkeit. Grundlage waren persönliche Erfahrungen der Beteiligten, die in kurzen Impulsen vorgestellt wurden.

Der Slot basierte auf Erkenntnissen aus dem Forschungsvorhaben „Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken“, das vom Umweltbundesamt gefördert und von ConPolicy zusammen mit anderen Projektpartnern umgesetzt wurde. Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, welche Faktoren junge Menschen zum Engagement motivieren und wie Beteiligungsmöglichkeiten wirksam gestaltet werden können.

Die Ergebnisse wurden zudem in einem Praxishandbuch aufbereitet, das hier verfügbar ist.

Neue Studie für BEUC – Europäischer Verbraucherverband
Neutral per Gesetz, neutral in der Praxis? Untersuchung von Einwilligungsoberflächen im Rahmen des DMA

Der Digital Markets Act (DMA) verpflichtet große Online-Plattformen dazu, vor dem Zusammenführen oder der übergreifenden Nutzung personenbezogener Daten eine freiwillige, informierte und unmissverständliche Einwilligung einzuholen. Bislang ist jedoch unklar, inwieweit die heutigen Einwilligungsoberflächen diese Anforderungen tatsächlich erfüllen. 

Im Auftrag von BEUC untersuchen ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik und VVA Market Research, wie stark die Einwilligungsoberflächen ausgewählter Online-Plattformen die Entscheidungen der Nutzenden beeinflussen. Dazu werden in einem verhaltenswissenschaftlichen Experiment verschiedene Varianten von Einwilligungsoberflächen getestet. 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

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