Spenden für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz machen in Deutschland trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz nur 3,3 Prozent des Spendenvolumens aus. Deutsche spenden insgesamt lediglich 0,39 Prozent ihres Einkommens und liegen damit im internationalen Vergleich auf dem vorletzten Platz. Dies sind einige Ergebnisse einer Studie zum Spendenaufkommen und Spendenverhalten für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, die ConPolicy im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) durchführte. Methodisch wurden eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse sowieFokusgruppen eingesetzt.
Spenden bieten Privatpersonen eine Möglichkeit, persönlich zu mehr Klima-, Umwelt- und Naturschutz beizutragen. Ob sich Menschen tatsächlich finanziell engagieren, hängt dabei stark davon ab, welche Bedeutung Umwelt- und Klimaschutz für sie haben; auch Alter und Bildungsniveau spielen eine wichtige Rolle. Auffällig ist jedoch eine ausgeprägte Intentions-Verhaltens-Lücke: Gerade junge und hochgebildete Personen äußern zwar häufig eine hohe Bereitschaft, engagieren sich in der Praxis aber seltener. CO₂-Kompensationen werden insgesamt noch seltener genutzt als klassische Spenden, wobei vor allem die individuelle Flughäufigkeit und die Urbanität des Lebensumfelds ausschlaggebend ist.
Das Spendenverhalten unterscheidet sich insgesamt deutlich in Motiven, Erwartungen und Mustern. Während erfahrene Spender*innen gezielt nach Transparenz, nachweisbarer Wirkung und langfristiger Hebelwirkung suchen, spenden unerfahrene Personen eher spontan oder anlassbezogen. Hemmnisse entstehen vor allem durch mangelnde Transparenz, offensiv wahrgenommenes Fundraising und Unsicherheiten über die tatsächliche Wirksamkeit von Projekten. Diese ist jedoch oft schwer messbar, da viele Projekte indirekt wirken. Insgesamt bleiben Spenden für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland hinter dem Potenzial zurück.
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