8 Jahre Corporate Digital Responsibility in Deutschland
CDR-Konferenz 2026 am 10. November in Berlin
Am 10. November 2026 findet die CDR-Konferenz der Corporate Digital Responsibility-Initiative von 13:00 bis 17:00 Uhr im Data Space in Berlin statt.
Unter dem Titel „Vom Prinzip zur Praxis: 8 Jahre Corporate Digital Responsibility in Deutschland – Bilanz und Perspektiven“ möchten wir gemeinsam Bilanz ziehen und den Blick nach vorn richten. Acht Jahre nach Gründung der CDR-Initiative wollen wir diskutieren, welche Erfahrungen die Praxis gesammelt hat, wie digitale Verantwortung in Organisationen verankert werden kann und welche Rolle CDR in Zeiten von Künstlicher Intelligenz, zunehmender Regulierung, internationalem Wettbewerb und Fragen der digitalen Souveränität spielt.
Im Zukunftsradar richten wir den Blick auf die Themen, die CDR bis zum Jahr 2030 prägen werden: digitaler Souveränität, Vertrauen und Transparenz, Technostress bei Mitarbeitenden, KI sowie Demokratie und gesellschaftlicher Resilienz. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Unternehmensvertreter:innen und Akteur:innen des Verbraucherschutzes, aber auch an weitere zivilgesellschaftliche und politische Akteur:innen sowie die Wissenschaft.
Seit Januar 2023 wird die Geschäftsstelle der CDR-Initiative durch das ConPolicy-Institut für Verbraucherpolitik und concern betrieben.
ConPolicy-Impuls bei der DENEFF
Entscheiden unter Unsicherheit – Was Verbraucher:innen jetzt brauchen
Am 23. September 2026 hielt ConPolicy-Geschäftsführer Prof. Dr. Christian Thorun einen Impulsvortrag bei den AGil-Tagen der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich das derzeitige widersprüchliche politische und kommunikative Umfeld auf Entscheidungen von Verbraucher:innen zur energetischen Modernisierung und Energieeffizienz auswirkt.
Thorun zeigte, dass wechselnde Rahmenbedingungen, hohe technische und rechtliche Komplexität, Sorgen vor hohen Kosten sowie emotional aufgeladene und negative Narrative dazu führen, dass Verbraucher:innen Entscheidungen aufschieben oder vermeiden. Verhaltensökonomische Mechanismen wie Ambiguitätsaversion, kognitive Überlastung, Verlustaversion und die Verfügbarkeitsheuristik verstärken diese Effekte.
Daraus leitete Thorun fünf Ansatzpunkte für eine verbraucherorientierte Kommunikation ab: Orientierung trotz Unsicherheit geben, Entscheidungen vereinfachen, einen möglichst risikofreien Einstieg ermöglichen, Sicherheit und Freiheit in den Mittelpunkt stellen und erfolgreiche Modernisierungsbeispiele aus der Praxis sichtbar machen.
Die zentrale Botschaft lautet: Kommunikation kann politische und regulatorische Probleme nicht lösen. Sie kann aber dazu beitragen, dass Verbraucher:innen eher handeln, wenn der Nutzen konkret, der Weg einfach und der erste Schritt überschaubar ist.
Projekt für das Umweltbundesamt
ConPolicy begleitet das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum weiter
Das Kompetenzzentrum Nachhaltiger Konsum (KNK) unterstützt die Umsetzung und Weiterentwicklung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum (NPNK). In einem neuen, auf drei Jahre angelegten Vorhaben wird das KNK nun erneut wissenschaftlich, organisatorisch und kommunikativ durch ConPolicy in Kooperation mit co2online, dem ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und Kopfarbyte begleitet. Im Mittelpunkt stehen die drei Leitziele des KNK: Informieren, Vernetzen und die Umsetzung des NPNK begleiten.
ConPolicy übernimmt insbesondere Aufgaben in der wissenschaftlichen Begleitforschung sowie bei der Konzeption und Durchführung von Fachgesprächen, Dialogformaten und dem Forum Nachhaltiger Konsum.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Neue Publikation zu Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz im digitalen Konsum
Nachhaltiger Konsum in der Plattformökonomie
Digitale Plattformen beeinflussen zunehmend Konsumentscheidungen: Sie erleichtern den Zugang zu Informationen, ermöglichen personalisierte Angebote und automatisieren Konsumprozesse. Gleichzeitig können gezielte Kaufanreize Herausforderungen wie Überkonsum verstärken.
Wie digitale Plattformen nachhaltiger und gemeinwohlorientierter gestaltet werden können, untersuchen Julia Reinhard, Stephan Ramesohl und Justus von Geibler vom Wuppertal Institut gemeinsam mit Otmar Lell von ConPolicy in dem neuen Beitrag „Nachhaltiger Konsum in der Plattformökonomie – Ansätze für Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz by Design in digitalen Konsumprozessen“. Der Beitrag ist im Springer-Grundlagenwerk SDG 12: Nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion erschienen.
Im Mittelpunkt steht das Konzept der zirkulären Customer Journey. Es verbindet digitales Konsumverhalten und umweltrelevante Ressourcenströme in einem systemischen Ansatz. Entlang dieser Customer Journey identifizieren die Autor:innen regulatorische Ansatzpunkte, um Risiken zu minimieren und nachhaltige Produkte sowie zirkuläre Geschäftsmodelle zu fördern. Darüber hinaus werden innovative Ansätze der Politikgestaltung – darunter kompakte und kollaborative Governance-Formate – vorgestellt und Empfehlungen für eine zukunftsfähige und gemeinwohlorientierte Plattformökonomie abgeleitet.
Die Publikation ist hier verfügbar. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Leseempfehlung
Hannah Ritchie (2024)
Hoffnung für Verzweifelte
Viele junge Menschen blicken angesichts von Hitzewellen, Dürren, steigendem Meeresspiegel, Hungersnöten und Hurrikans mit Sorge auf ihre Zukunft.…
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