Klimasorgen, Wut und Hoffnung – Emotionen im nachhaltigen Konsum
Einladung zum Forum Nachhaltiger Konsum
Klimawandel, Artensterben und andere ökologische Krisen bewegen viele Menschen emotional – von Klimaangst und Überforderung bis hin zu Mitgefühl, Hoffnung und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig ist unser alltägliches Konsumhandeln von weiteren Motiven geprägt: dem Wunsch nach Zugehörigkeit, Genuss, Status oder Erlebnissen. Daraus entsteht ein Spannungsfeld, das Konsumentscheidungen oft widersprüchlich macht und Emotionen wie Schuld, Scham oder Verdrängung, aber auch Selbstwirksamkeit, Freude und Hoffnung hervorruft.
Wir laden Sie herzlich ein, diese emotionalen Dynamiken im Rahmen des Forums Nachhaltiger Konsum am Donnerstag, 26. Februar 2026, von 9:30 bis 13:15 Uhr (online) gemeinsam zu erkunden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Emotionen im Kontext nachhaltigen Konsums entstehen, welchen Einfluss sie tatsächlich auf unser Konsumverhalten haben und wie emotionale Energien in eine produktive, demokratische und fürsorgliche Handlungskraft überführt werden können.
Den inhaltlichen Auftakt bildet eine Keynote von Katharina van Bronswijk, Psychotherapeutin und Sprecherin der Psychologists und Psychotherapists for Future, die die emotionalen Zusammenhänge rund um Nachhaltigkeit und Konsum beleuchtet. Im anschließenden BarCamp mit Breakout-Sessions öffnen wir den Raum für vertiefende Impulse, persönliche Reflexionen und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Für die Veranstaltung können Sie sich ab sofort hier anmelden. Das Forum Nachhaltiger Konsum wird von ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik und co2online im Auftrag des Umweltbundesamts organisiert.
Neue Publikation für das Umweltbundesamt
Was hält junge Menschen davon ab, sich für Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren?
Warum engagieren sich einige junge Menschen kaum oder gar nicht für Umwelt- und Klimaschutz? Wie groß ist der Anteil der nicht engagierten jungen Menschen in Deutschland und hat sich das über die letzten Jahre verändert? Mit diesen und weiteren Fragen befasste sich das erste Arbeitspaket des Projekts „Jugendengagement für Nachhaltigkeit stärken durch Dialog und transformatives Lernen“, das ConPolicy gemeinsam mit mehreren Projektpartnern im Auftrag des Umweltbundesamtes sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit durchgeführt hat.
Nachdem im Mai 2025 bereits ein Teilbericht zu den Ergebnissen des ersten Arbeitspakets veröffentlicht wurde, folgt nun der zweite Teilbericht. Dieser stellt insbesondere die Entwicklung zwischen den Jahren 2021 und 2023 dar. Die Erkenntnisse des zweiten Teilberichts basieren dabei hauptsächlich auf einer Sekundärdatenanalyse ausgewählter Daten der Jugendstudie „Zukunft? Jugend fragen! – 2023“ im Vergleich entsprechender Befragungsergebnisse der Studie aus dem Jahr 2021. Dabei zeigt sich, dass der Anteil der bislang im Nachhaltigkeitsbereich nicht engagierten jungen Menschen im Vergleichszeitraum spürbar gestiegen ist. Zudem ist diese Gruppe junger Menschen tendenziell noch schwieriger für Umwelt-, Klimaschutz- und ökologische Nachhaltigkeitsthemen zu erreichen als zuvor.
Die anschließenden qualitativen Interviews mit der Zielgruppe ergänzen die quantitativen Befunde und liefern tiefergehende Einblicke in die Denk- und Lebenswelt sowie die Heterogenität dieser Gruppe. Die daraus abgeleitete Segmentierung zeigt, dass unterschiedliche Kommunikations- und Beteiligungsstrategien nötig sind, um diese jungen Menschen bedarfsorientiert für Umwelt-, Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsfragen anzusprechen.
Den vollständigen Bericht finden Sie hier. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Neue Publikation für das Umweltbundesamt
Deutsche spenden im Vergleich wenig für die Umwelt
Spenden für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz machen in Deutschland trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz nur 3,3 Prozent des Spendenvolumens aus. Deutsche spenden insgesamt lediglich 0,39 Prozent ihres Einkommens und liegen damit im internationalen Vergleich auf dem vorletzten Platz. Dies sind einige Ergebnisse einer Studie zum Spendenaufkommen und Spendenverhalten für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, die ConPolicy im Auftrag des Umweltbundesamtes durchführte. Methodisch wurden eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse sowie Fokusgruppeninterviews eingesetzt.
Spenden bieten Privatpersonen eine Möglichkeit, persönlich zu Klima-, Umwelt- und Naturschutz beizutragen. Ob sich Menschen tatsächlich finanziell engagieren, hängt dabei stark davon ab, welche Bedeutung Umwelt- und Klimaschutz für sie haben. Alter und Bildungsniveau spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Auffällig ist auch eine ausgeprägte Intentions-Verhaltens-Lücke: Gerade junge und hochgebildete Personen äußern häufig eine hohe Spendenbereitschaft, setzen diese in der Praxis aber seltener um. CO₂-Kompensationen werden aktuell noch seltener genutzt als klassische Spenden, wobei vor allem die individuelle Flughäufigkeit und die Urbanität des Lebensumfeldes ausschlaggebend ist.
Das Spendenverhalten unterscheidet sich insgesamt deutlich in Motiven, Erwartungen und Mustern. Während erfahrene Spender*innen gezielt nach Transparenz, nachweisbarer Wirkung und langfristiger Hebelwirkung suchen, spenden unerfahrene Personen eher spontan oder anlassbezogen. Hemmnisse entstehen vor allem durch mangelnde Transparenz, offensiv wahrgenommenes Fundraising und Unsicherheiten über die tatsächliche Wirksamkeit von Projekten. Diese ist jedoch oft schwer messbar, da viele Projekte indirekt wirken. Insgesamt bleiben Spenden für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in Deutschland hinter dem Potenzial zurück.
Alle Ergebnisse im Detail sind hier zu finden. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.
Leseempfehlung
Nielsen et al. (2026)
Perceived plasticity of climate-relevant behaviors and policy support among high- and lower-income individuals
Wie stark Menschen bereit sind, ihr Verhalten für den Klimaschutz zu verändern, hängt stark von Einkommen und Herkunftsland ab. Eine internationale…
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