ConPolicy Newsletter 2025 12

Lieber Leserinnen und Leser,

 

in diesem Newsletter informiert Sie ConPolicy über:

In eigener Sache möchten wir Sie außerdem darüber informieren, dass unsere wertgeschätzte Kollegin, Dr. Annette Cerulli-Harms, das Institut zum Dezember 2025 verlassen hat. In knapp sieben Jahren hat Frau Dr. Cerulli-Harms eine Vielzahl von nationalen und EU-Projekten geleitet und insbesondere in den Bereichen Verhaltenswissenschaften, Risikokommunikation, Nachhaltigkeit sowie nachhaltiger Mobilität gearbeitet und geforscht. Zudem hat sie eine Vielzahl von nationalen und internationalen Veranstaltungen moderiert. Zukünftig wird Frau Dr. Cerulli-Harms die politische Arbeit der Environmental Justice Foundation in Deutschland leiten. 
Wir bedanken uns sehr für die vielfältigen, fachlich und methodisch versierten Beiträge von Frau Dr. Cerulli-Harms, für ihre inspirierende Art und für das angenehme menschliche Miteinander! Für ihren neuen beruflichen Schritt wünschen wir ihr alles Gute!

Darüber hinaus wünscht Ihnen ConPolicy eine besinnliche Adventszeit und ein frohes Weihnachtsfest.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr ConPolicy-Team

 
  Neues von ConPolicy

Neue Publikation für das Bundesamt für Strahlenschutz
Untersuchung der Potenziale partizipativer Formate für die Risiko- und Wissenschaftskommunikation des BfS und BMUV

Das BfS forscht und informiert politische Entscheidungsträger*innen und die Öffentlichkeit über wissenschaftliche Erkenntnisse im Strahlenschutz. Dabei setzt es auch partizipative Kommunikationsformate ein.

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung hatte dieses Forschungsvorhaben zum Ziel, die Potenziale und Einschränkungen digitaler partizipativer Kommunikationsformate zu untersuchen. Daraus wurden Handlungsempfehlungen für deren Gestaltung und Weiterentwicklung abgeleitet.

Das Vorhaben bestand aus drei Forschungsschritten: Eine Bestandsaufnahme, eine repräsentative Befragung von 1.000 Personen sowie vertiefende qualitative Einzelinterviews mit 40 Teilnehmenden.

Die Bestandsaufnahme zeigte, dass viele Chancen und Herausforderungen digitaler partizipativer Austauschformate ähnlich gelagert sind wie für analoge. Die größten Chancen lägen wohl in der potenziell großen Reichweite und Ansprache diverser Rezipient*innen. Das Vorhaben betrachtet digitale, partizipative Risiko- und Wissenschaftskommunikation im Strahlenschutz als wechselseitigen Austausch mit Zielgruppen, sieht jedoch keine Mitbestimmung bspw. zur Themensetzung vor und ist somit in den sogenannten „Vorstufen der Partizipation“ verortet. Während „echte“ Partizipation für ein Ressortforschungsinstitut wie dem BfS selten realisierbar ist, zeigten Formate wie interaktive Webseiten oder Live-Chats Potenzial zur Wissensvermittlung und Vertrauensbildung. Die Befragungen ergaben eine hohe Teilnahmebereitschaft an den präsentierten Austauschformaten. Zur Teilnahme motivierten persönliche Relevanz/Betroffenheit, Wissensgewinn und Flexibilität. Hürden waren hingegen Zeitmangel und technische Barrieren. Die empirische Untersuchung zeigte unterschiedliche Präferenzen seitens der Befragten: Während Online-Spiele in der quantitativen Erhebung beliebt waren, stießen sie in den Interviews auf Skepsis. Das größte Potenzial könnten niedrigschwellige Formate in Verbindung mit vertiefenden Inhalten bieten wie Instagram-Posts, die auf einen digitalen Workshop verweisen. Partizipative Formate können das Vertrauen in Institutionen stärken, benötigen aber klare Zielgruppenansprache, einfache Zugänge und professionelle Moderation.

Weitere Informationen zum Projekt lesen Sie hier.

Den Abschlussbericht finden Sie hier

Abschluss des Projekts "Finanzielle und immaterielle Anreize für Änderungen des Mobilitätsverhaltens"
Anreize, die Menschen bewegen

Wie können Anreize nachhaltige Mobilität fördern? Welche Anreize gibt es und wie wirken sie? In den letzten drei Jahren hat ConPolicy in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) diese und weitere Fragen im Rahmen eines Forschungsprojekts im Auftrag des Umweltbundesamts (UBA) erforscht.

Die Bandbreite an Anreizen zur nachhaltigen Mobilität ist groß: Ein finanzieller Bonus beim Verzicht aufs eigene Auto, Beratungen zum Umstieg auf den Umweltverbund oder das alljährliche Kilometer-Sammeln beim Stadtradeln – Anreize können auf vielfältige Weise dazu motivieren, nachhaltige Mobilität auszuprobieren. Doch nicht jeder Anreiz hat bei der gleichen Zielgruppe den gleichen Effekt. Vielmehr hängt die Wirkung von vielen Bedingungen vor Ort ab. Wie muss ein Anreiz aussehen, der Menschen motiviert den Umweltverbund zu nutzen? Wie kann ein Anreiz bestmöglich auf die vorherrschenden Rahmenbedingungen und die anvisierte Zielgruppe zugeschnitten werden? Die Ergebnisse des Projekts geben Antworten auf diese Fragen und zeigen, warum der richtige Impuls oft überraschend einfach sein kann.

Am 17. Oktober 2025 fand die Abschlussveranstaltung des Projekts in Form einer interaktiven Online-Konferenz statt. Über 500 Teilnehmende aus Wissenschaft, Kommunen und Beratungspraxis nahmen teil, um sich über die Ergebnisse des Projekts zu informieren, zu lernen und eigene Erfahrungen zu teilen. Mit diesem Angebot sollten möglichst viele Teilnehmende ermutigt werden, zukünftig Anreize in der Mobilitätsplanung vermehrt einzusetzen.

Die Ergebnisse des Projekts wurden in verschiedenen Publikationen veröffentlicht:

  • In der Fachbroschüre werden die zentralen Erkenntnisse des Projektes zusammengefasst. Neben der Wirkung von Anreizen geht es hier um gute Beispiele und Erfolgsfaktoren für wirksame Anreize für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten.
  • Entlang einer Schritt-für-Schritt Anleitung und mithilfe von Reflexionsfragen begleitet Sie die Navigationshilfe bei der individuellen Ausgestaltung Ihres Anreizes vor Ort.
  • Gute (internationale) Beispiele für Anreize finden Sie in unserem Factsheet und im Scrollytelling.
  • Den Stand der Forschung zu Wirkung und Einsatzmöglichkeiten materieller, immaterieller und spielerischer Anreize haben wir in dieser Publikation zusammengefasst.

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

Machbarkeitsstudie für ein Bundesinstitut für Verbraucherforschung
Quo vadis Verbraucherforschung in Deutschland?

In ihrem Koalitionsvertrag hat sich die amtierende Bundesregierung dafür ausgesprochen, die Verbraucherforschung in Deutschland zu stärken. Es sollte geprüft werden, ob neben den bereits bestehenden Strukturen neue Einrichtungen für die Verbraucherforschung geschaffen werden müssen. Schon die Ampelkoalition hatte sich mit einer möglichen institutionellen Stärkung der Verbraucherforschung befasst und zu diesem Zweck eine Machbarkeitsstudie für ein Bundesinstitut für Verbraucherforschung beauftragt.

Das Autor:innenteam, das von Prof. Dr. Peter Kenning (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) geleitet wurde und aus namhaften Verbraucherforscher:innen bestand, hat nun seine Ergebnisse vorgelegt. Im Abschlussbericht kommen die Autor:innen zu dem Ergebnis, dass die Forschungsstrukturen in der Verbraucherpolitik insbesondere auf zwei unterschiedliche Arten gefördert werden könnten: Die Einrichtung eines „kleinen“ Bundesinstituts als Ressortforschungseinrichtung oder die Gründung eines „Wissenschaftszentrums für Consumer Sciences“. Während die erstgenannte Organisation näher an der Politik wäre, läge bei der zweiten Variante der Fokus auf der akademischen Verbraucherforschungslandschaft, der Methoden- und Theorienbildung und der Nachwuchsförderung. Die Kosten für beide Varianten beliefen sich auf rund 9 Millionen Euro jährlich, falls die Strukturen vollständig ausgebaut würden.

Darüber hinaus empfehlen die Autor:innen, dass beide Varianten Raum für den Betrieb und Ausbau der bereits etablierten, aber unterfinanzierten Projektförderung lassen sollten. Ebenfalls sollte sichergestellt werden, dass die neue Institution in die bestehende Institutionenlandschaft eingebettet wird.

ConPolicy-Geschäftsführer, Prof. Dr. Christian Thorun, begrüßt die Studienergebnisse. Gerade in einer Zeit schwacher Wirtschaft und hoher Erwartungen der Bürger:innen an ein bezahlbares Leben, eine funktionierende Daseinsvorsorge und einfache Alltagsabläufe sei ein enges Zusammenspiel wichtig: „Die Forschung zu Lebenslagen, die Entwicklung und Bewertung wirksamer Lösungen und deren politische Umsetzung müssen effektiv ineinandergreifen.“

Den Abschlussbericht finden Sie hier.

  Leseempfehlung

Neuer Sammelband der CDR-Initiative
Fairness in Zeiten Künstlicher Intelligenz

Dieser Sammelband veranschaulicht das Spannungsfeld von Künstlicher Intelligenz und Fairness. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach… Weiterlesen