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Vorstudie zum Verbraucherforschungsforum Baden-Württemberg 2021Nudge 2.0 – Neue Anwendungen verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse in der Verbraucherpolitik

Projektzeitraum: 
Januar – Februar 2021

Auftraggeber: 
Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR)

Projektpartner:
Prof. Dr. Lucia A. Reisch, Zeppelin Universität und Prof. Dr. Hans-W. Micklitz, European University Institute

Im Sommer 2021 erschien das grundlegende verhaltenswissenschaftliche Werk „Nudge“ von Richard Thaler und Cass Sunstein (2008) in einer finalen, überarbeiteten Auflage. Zu diesem Anlass beleuchtet diese Vorstudie die Möglichkeiten und Herausforderungen der Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse in der Verbraucherpolitik in Bund und Land auf Grundlage der heutigen Evidenz und der bisherigen Erfahrungen.

Die Verbraucherpolitik war einer der ersten Politikbereiche, der systematisch Erkenntnisse der Verhaltenswissenschaften nutzte. In den seither vergangenen rund 15 Jahren haben verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse in die meisten Politikbereiche Einzug gehalten. Die Europäische Kommission setzt verhaltenswissenschaftliche Methoden gleichberechtigt neben anderen Ansätzen ein. Einer Erhebung der OECD zufolge, arbeiten heute rund 200 „Verhaltenslabore“ in und für Regierungen aller Ebenen mit verhaltenswissenschaftlichen Instrumenten und Prozessen. Alle großen supranationalen Organisationen – die WHO, das UNDP, das UNEP, die Weltbank und die OECD – haben wachsende „behavioural teams“. In Deutschland ist im Kanzleramt die Einheit „Wirksam regieren“ auch für Projekte zuständig, die verhaltenswissenschaftliche Methoden für die Politikgestaltung nutzen.

Die Vorstudie verfolgte dreierlei Ziele:

  1. Einen aktuellen Kurzüberblick zur Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Methoden auf institutioneller Ebene geben.
  2. Exemplarisch gute Beispiele für eine verhaltensbasierte Verbraucherpolitik vorstellen, die seit dem Jahr 2015 von öffentlichen Institutionen beauftragt oder durchgeführt worden sind.
  3. Die Diskussion um die rechtliche Zulässigkeit voranbringen.

Die Vorstudie basierte auf einer gezielten Recherche von Beispielen verhaltensbasierter Verbraucherpolitik in verschiedenen Institutionen und ausgewählten EU-Mitgliedsstaaten, Großbritannien und den USA. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Auch fand keine Bewertung der Effizienz und Wirksamkeit der Maßnahmen statt; dazu würde es einer tiefergehenden Beschäftigung mit der Studienlage bedürfen.

Die Studie wurde hier vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg veröffentlicht.

Projektteam

Projektmanagerin

030 / 2359116-17 a.cerulli-harms@conpolicy.de

Christian Thorun

Geschäftsführer

030 / 2359116-11 c.thorun@conpolicy.de