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Wissenschaftliche Begleitung der Verbraucherzentrale NRW Verbraucherberatung im Quartier

Projektzeitraum:
Januar 2016 - Dezember 2017

Auftraggeber:
Verbraucherzentrale NRW 

Die Verbraucherberatung in Deutschland basiert bislang vorwiegend auf einer „Kommstruktur“. Demnach wird davon ausgegangen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher das Beratungsangebot der Verbraucherzentralen kennen und die jeweiligen Beratungsstandorte bei Fragen und Problemen aufsuchen.

Dieser Ansatz hat jedoch Schwächen. Denn es gibt eine Vielzahl von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die die Beratungsangebote der Verbraucherzentralen nicht aufsuchen, obwohl sie einen Bedarf für eine professionelle Beratung hätten. So zeigen Untersuchungen, dass die Kenntnisse von Verbraucherinnen und Verbrauchern über ihre Rechte nicht nur insgesamt unzureichend sind, sondern, dass gerade junge, bildungsferne und einkommensschwache Personen vergleichsweise schlecht über ihre Rechte informiert sind und die Verbraucherberatung seltener aufsuchen. Diese Gruppe wird idealtypisch als Gruppe der „verletzlichen Verbraucher“ bezeichnet.

Um verletzliche Verbraucher besser zu erreichen, geht die Verbraucherberatung in Köln einen neuen Weg. Im Rahmen eines Modellprojekts soll dort das Konzept einer aufsuchenden Verbraucherberatung im Quartier erprobt werden. So soll gerade für Menschen mit niedrigem Einkommen, Migrationshintergrund oder niedriger formaler Bildung sowie Seniorinnen und Senioren die Hürden reduziert werden, eine vor- oder nachvertragliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

ConPolicy begleitet dieses Vorhaben beratend und evaluiert den Ansatz. Die erste Phase wurde nun abgeschlossen und der erste Evaluationsbericht an die Verbraucherzentrale NRW übergeben. Darin zieht ConPolicy ein insgesamt positives Fazit:

  • Bereits nach kurzer Zeit konnte eine starke Vernetzung und Synergiebildung mit wichtigen Akteuren im Quartier beobachtet werden.
  • Die bislang gemachten Erfahrungen deuten darauf hin, dass eine schwer erreichbare Zielgruppe bedarfsgerecht erreicht werden kann.
  • Die Verbraucherzentrale konnte erste Schritte hin zu einer Sensorfunktion für quartierspezifische Problemlagen machen.

In der Evaluation sind jedoch auch Nachsteuerungsbedarfe und Handlungsempfehlungen zum Abbau konzeptueller und organisationsinterner Hemmnisse enthalten. Primär wird eine stärkere Fokussierung und Bündelung der verfügbaren Ressourcen auf schmalere Zielgruppen und Themen vorgeschlagen, um einer Wirksamkeitsdiffusion vorzubeugen.

ConPolicy wird den Ansatz auch im Jahr 2017 begleiten und erneut evaluieren.

Projektleitung

Christian Thorun

Geschäftsführer

+49 (0)30 259369-01 thorun@conpolicy.de

Max Vetter

Projektmanager Verbraucherforschung

+49 (0)30 259369-03 vetter@conpolicy.de