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Neue Regeln für Kreditkartenanbieter in den USA

Als Reaktion auf die Überschuldung vieler amerikanischer Haushalte gelten ab heute neue Regelungen für die Anbieter von Kreditkarten. Der Credit Card Act of 2009 greift hierbei sowohl auf Verbote, wie auch auf informationsbasierte und verhaltensökonomische Erkenntnisse zurück. 

So werden Kreditkartenanbieter darin eingeschränkt, Zinssätze anzuheben. Zinssätze dürfen von nun an grundsätzlich nicht mehr im Nachhinein auf Kreditkartenschulden erhöht werden. Sollen die Zinssätze auf zukünftige Transaktionen erhöht werden, müssen Verbraucher darüber 45 Tage vorher informiert werden. In diesem Fall  erhalten Verbraucher Sonderkündigungsrechte.

Um Verbraucher darin zu unterstützen, die Auswirkungen unterschiedlicher Rückzahlungsraten besser zu verstehen, sind Kreditkartenanbieter überdies dazu verpflichtet, Verbraucher darüber zu informieren, wie lange es dauern würde, einen Kredit bei der minimalen Einzahlungsrate abzubezahlen. Zudem ist anzugeben, wie hoch die monatliche Tilgung sein müsste, wenn der Kredit in drei Jahren abbezahlt werden soll. - Diese Maßnahme baut auf der Erkenntnis der Verhaltensökonomie auf, dass Verbraucher in der Informationsverarbeitung unterstützt werden müssen.

Auch basieren die neuen Einschränkungen für die Überschreitung von Verfügungsrahmen auf verhaltensökonomischen Erkenntnissen. So dürfen Kreditkartenanbieter jetzt standardmäßig keine Buchungen mehr vornehmen, wenn diese den Verfügungsrahmen überschreiten.  Verbraucher, die dieses wollen, müssen aktiv werden und hierzu ihre Einwilligung geben. Verbraucher haben demnach weiterhin das Recht, den Verfügungsrahmen zu überschreiten. Eine verbraucherfreundliche Praxis wird jedoch als Voreinstellung gewählt.

 

Für weitere Informationen, siehe: http://www.federalreserve.gov/consumerinfo/wyntk_creditcardrules.htm und http://www.federalreserve.gov/creditcard/

Quelle: US Federal Reserve